188. Etappe: 04. November 2013

Romanshorn (Schweiz) – Konstanz  25,9 km
Friedrichshafen – Romanshorn mit Fähre

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Monika, Roland und Jonas fahre ich mit Monika nach Friedrichshafen. Sie arbeitet dort und ich will mit der Fähre rüber nach Romanshorn und dort die Schweiz besuchen. Dann auf Schweizer Seite am Bodensee entlang nach Konstanz laufen. Nach dem Parken bringt mich Monika zum Fährhafen und wir verabschieden uns. Es war eine schöne Zeit mit Monika und Roland.

Die Fähre fährt pünktlich 8:41 Uhr los. Während der gesamten Überfahrt habe ich einen grandiosen Blick auf die Schweizer Alpen. Im Hafen angekommen, geht es zunächst am Bahnhof vorbei und ein Stück durch den Ort. Dann habe ich die Nähe des Ufers erreicht. Jetzt trennt mich jedoch eine Reihe Häuser und edler Sommerresidenzen vom Ufer des Bodensees. Erst ab Uttwil beginnt ein für Radfahrer gesperrter Wanderweg. Nun laufe ich auf einem schmalen Weg vor den Bungalows und Häusern, meistens dicht am Ufer entlang.

Inzwischen habe ich wieder den Poncho halb an. Einige dunkle Wolken begleiten mich und am frühen Nachmittag begleitet mich dann auch wieder der Regen. In Kreuzlingen komme ich an große moderne Reihenhäuser vorbei. Bei einem der Häuser steht eine Bank und ich mache dort eine Pause. Ein kleiner Jagdhund nähert sich mir neugierig. Diesem blauen Ungetüm auf der Bank traut er nicht wirklich und bleibt so mit Abstand zu mir sitzen und beäugt mich weiter neugierig. Nach einer Weile kommt sein Herrchen angefahren. Der Fahrer und wie ich später erfahre, der Eigentümer des Hauses kommt interessiert zu mir. Wir unterhalten eine Weile und dann bietet er mir einen Kaffee an und ein natürliches Mittel zur Leistungssteigerung (=Nahrungsergänzungsmittel). Ich folge ihm in sein Haus. Wenig später kommt seine Frau oder Lebensgefährtin hinzu. Wir trinken zusammen einen Kaffee und wir essen dazu selbst gemachten Zopf. Schnell sind wir bei dem Produkt zur Leistungssteigerung. Stephan macht mit mir einen Test. Zunächst ohne Einnahme des leistungssteigernden Mittels und dann unmittelbar nach der Einnahme. Ganz offensichtlich wirkt es auf Anhieb und doch habe ich so meine Zweifel. Zum weiteren Testen schenkt er mir ein Fläschchen mit dem Wundermittel (?). Ich werde es in der nächsten Zeit testen.

Wieder unterwegs, hört es endlich zu regnen auf. Mein Weg führt mich weiter durch Kreuzlingen und dann durch Konstanz. Die Jugendherberge befindet sich außerhalb von Konstanz im Stadtteil Allmannsdorf. Zu ihr gehört der Otto-Moericke-Turm, ein ehemaliger Wasserturm. Hier bin ich in der ersten Etage in einem Mehrbettzimmer untergebracht. Als ich das Zimmer betrete, sind bereits zwei Betten belegt. Später kommen meine Zimmergenossen, ein Italiener und ein Deutscher im Allgäu in Österreich lebend, wie er mir später erzählt, hinzu. Mit dem Italiener kann ich mangels Sprachkenntnisse nicht kommunizieren und der Deutsche ist kein sonderlich kontaktfreudiger Zeitgenosse.

Nach dem Abendessen beginnt meine Suche nach einer Unterkunft und nun werde ich bei meinen Anrufen mehrfach ziemlich unhöflich und überheblich behandelt. „Für eine Nacht und eine Person vermieten wir nicht“ ist mehrfach die Auskunft. Nur in der Liste der Touristeninformation stand nicht, dass es sich um Ferienwohnungen handelte. Das aber wussten die Privatvermieter offensichtlich nicht. Ihre Einträge haben sie wohl nicht kontrolliert. Bei einem Garnihotel werde ich ziemlich unhöflich darauf hingewiesen, dass man bis Weihnachten geschlossen hat. Hätte ich es gewusst, ich hätte erst gar nicht angerufen. Ich ändere zunehmend meinen Zielort für die morgige Etappe. Schließlich finde ich in Radolfzell ein Gasthof mit Hotel. Doch hier gestaltet sich das Ganze wieder schwierig. Das Hotel ist von 12 bis 16 Uhr geschlossen. Bei meiner Nachfrage, ob ich trotzdem in dieser Zeit in mein Zimmer komme, will die junge Frau den „genauen“ Ankunftszeitpunkt wissen. „Das kann ich nicht genau sagen, ich bin Wanderer und keine Maschine“, gebe ich zur Antwort. Wir kommen zu keinem einvernehmlichen Ergebnis, immer wieder steht das „Genau“ zwischen uns. Ich soll morgen um 10 Uhr nochmals anrufen, ist schließlich das Ergebnis.

Gegen 22 Uhr mache ich als Letzter das Licht aus und werde morgen früh meine Route komplett umplanen müssen. Der Weg nach dem Jakobsweg fängt nicht vielversprechend an. 

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