22. Etappe: 21. April 2013

Neuss – Duisburg  24,7 km

Nach einem üppigen Frühstück startete ich wie immer recht spät. Ich übernachte nun schon im zweiten Commundo Tagungshotel (Neuss und Bad Honnef) und dort gibt es nach meiner derzeitigen Erfahrung das beste Frühstück mit der reichhaltigsten Auswahl.

Der Weg durch Neuss zieht sich. Vorbei komme ich an einem massigen Stadttor, dem Obertor und im Stadtpark treffe ich auf einen Schweizer Radfahrer. Er kommt von Amsterdam und ist auf dem Weg zurück in die Schweiz. Wir unterhalten uns ein wenig. Für mich ist es wie ein gutes Omen. Auch bei meinen beiden großen Pilgerreisen traf ich zuerst Schweizer.

Erst nach über 1 ½ Stunden komme ich raus aus Neuss und erreiche ich einen Feldweg. Dieser führt mich mit einer kleinen Brücke über die A52 – heute bereits die zweite Autobahn – in Richtung Meerbusch. Vorbei geht es an einer Wasserburganlage, dem Gut Dyckhof.

Nach Meerbusch hat mich die Natur wieder, es geht längere Zeit auf Wirtschaftswegen und an einem Pferdegestüt vorbei. Wieder schnurgerade endlose Wege. Dann meine dritte Autobahn, mein Navi zeigt mir die Überquerung der Autobahn, nur sehen tue ich zunächst nichts. Die A44 wird unterirdisch geführt, ich laufe über einen Hügel und sehe für einen kurzen Moment die Unterführung.

Dann nähere ich mich dem Rhein und meine Fährenanlegestelle ist nur noch 3 Kilometer entfernt. Als ich auf einer Bank eine kurze Pause einlege, fahren ein roter und gelber Kabriolett an mir vorbei. Einige Zeit später kommen mir beide Fahrzeuge wieder entgegen. Zweifel werden bei mir laut, fährt die Fähre überhaupt? Ich habe mich vorher nicht informiert, einfach meine heutige Route geplant und der topografischen Karte geglaubt. Dann kommen mir Radfahrer entgegen, ich halte sie an und frage nach dem Fährbetrieb. Zu meiner Erleichterung höre ich, dass die Fähre fährt.

Nach etwa zwei Kilometer erreiche ich die Anlegestelle. Die Fähre ist gerade angekommen und ich kann sofort drauf und einen Moment später fährt sie los. Wir legen auch schon nach kurzer Zeit in Kaiserswerth wieder an. Vorbei geht es an gut gefüllten Biergärten und auch der Ort, ein Stadtteil von Düsseldorf, ist voller Menschenmassen. Für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig nach drei Wochen Ruhe.

Heute habe ich mich mit Herbert, ein ehemaliger Kollege, verabredet. Er fährt Dienstag in Urlaub und trotzdem nimmt er sich Zeit, mich zu treffen. Noch in Kaiserwerth telefoniere ich kurz mit ihm und verabrede mit ihm, dass ich noch bis zum Stadtrand von Duisburg laufe.

Wieder dauert es eine Ewigkeit, bis ich den Ort verlasse und der B8 folge. Mir kommen Zweifel, ob es nicht besser ist, Herbert anzurufen und mich jetzt schon abholen zu lassen. Ich tue es und vereinbare einen Treffpunkt. Seine Anfahrt dauert etwa 30 Minuten und er bringt mich zum Hotel. In der Nähe setzen wir uns in ein Restaurant und reden über unsere gemeinsame berufliche Zeit, über seinen mutigen Schritt aus dem öffentlichen Dienst auszuscheiden und über meine Wanderung. Es ist ein schöner Abend und ich bin froh, dass wir uns getroffen haben.


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