213. Etappe: 29. November 2013

Dillingen – Orscholz  24,4 km

Beim Frühstück um 7 Uhr halte ich mich durch Gespräche mit dem Hotelier viel zu lange auf. Da ich wieder einmal ein schlechtes Mobilfunknetz habe und das sich in den nächsten Tagen kaum ändern wird, muss ich noch verschiedenes erledigen. Bilder für die Lauftreffseite müssen überarbeitet und hochgeladen werden. Mein Bericht vom Vortag ist noch zu beenden und die heutige Route, um den Weg vom Hotel zum Saar-Radweg zu ergänzen. Das alles kostet Zeit und so komme ich viel zu spät los.

Vom Hotel geht es nur ein paar Meter weiter durch den Weihnachtsmarkt von Dillingen und einer Einkaufsstraße, es folgt eine Ausfallstraße Richtung Saarbrücke. Vor einer Unterführung bin ich auf eine falsche Nebenstraße gelandet. Diese führt über eine Schleife über Bahngleise. Daher auch die Unterführung. Ich gehe zurück und komme nun direkt zur Unterführung. Doch nun versperrt mir ein Fußgängerverbotsschild den Durchgang. Ein zu schmaler Randstreifen und zu viel Verkehr kommen hinzu und so laufe ich zurück zur Schleife und überquere dort die Bahngleise. Schließlich bin ich wieder auf der Ausfallstraße und nähere mich der Brücke. Die Autobahnhinweisschilder machen mich ein bisschen nervös, doch noch habe ich Hoffnung am anderen Ende der Brücke eine Treppe runter zum Saar-Radweg zu finden. Auf der anderen Seite angekommen gibt es aber keinen Abstieg, nur Zubringerstraßen zu beiden Seiten der Autobahn. Alternativ noch hinter der Autobahn eine Bundesstraße. Selbst wenn ich diese nutze, wie komme ich über oder unter der Autobahn wieder hindurch. Frustriert laufe ich zurück und suche einen Zugang zur rechten Saar-Uferseite. Es ist ein langer Umweg, bis ich schließlich am rechten Ufer angelangt bin. Ich habe zusätzlich viel Zeit verloren und noch eine ausgesprochen lange Etappe vor mir. Der Morgen fängt ziemlich bescheiden an.

Auf meinem Weg rechts der Saar habe ich beständig Blickkontakt mit der parallel verlaufenden Autobahn. Auch der laute Geräuschpegel begleitet mich. Diesen Krach kann ich inzwischen gut verdrängen, er dringt nur unterschwellig zu mir.

Die schmalen Uferbereiche wirken wie das momentane Wetter ziemlich triste auf mich. Doch immer wieder finde ich trotz des braunen Farbschleiers noch schöne mich ablenkende Stellen. Es sind die noch vorhandenen Farbtupfer aus schmutzig weiß des Wollgrases, ein bisschen Gelb der Blätter noch etwas grünes Gras und die besonderen roten Tupfer der noch vorhandenen Früchte.

Nach einiger Zeit erreiche ich einen großen Farbtupfer, eine die Saar überspannende blau-weiße Brücke. Dahinter eine graue Eisenbahnbrücke. Hinter der Eisenbahnbrücke signalisiert ein Sackgassenschild das baldige Ende des Weges. Bei der Straßenbrücke gibt es einen Aufgang und gegenüber sehe ich ebenfalls eine Treppe. Ich überquere die Saar und bin schließlich wieder auf dem Saar-Radweg angekommen.

Beim Rehlinger Wehr mache ich eine Pause. Ich habe Hunger, aber nichts dabei. Da fällt mir das Geschenk, eine Dose Leberpastete, ein und sofort durchsuche ich meinen Rucksack. Gefunden möchte ich diese Dose öffnen, doch der Rollbügel, bei dem man die Lasche durchzieht und dann die Dose durch Aufrollen öffnen kann, fehlt. Mit ziemlichem Aufwand kann ich schließlich die Dose nach über 10 Minuten öffnen. Die Leberpastete ist eine Delikatesse, doch für meinen Hunger viel zu wenig.

Unterwegs begegne ich endlich mal einem Kormoran in unmittelbarer Nähe und wenig später komme ich auch noch an einer kleinen Kormoranen-Kolonie vorbei. Vor Merzig sehe ich dann auf der anderen Saarseite ein Werk von Villeroy & Boch.

Schon vor Merzig beginnt die Dämmerung und bis unterhalb von Orscholz sind es noch mehrere Kilometer. Zusätzlich habe ich dann einen etwa drei Kilometer langen Aufstieg über Serpentinen am Hang bei der Saarschleife vor mir. Das alles nur in Dunkelheit mit Stirnlampe. Mein Entschluss ist gefasst, ich lasse mich abholen. Das hatte ich bereits am Nachmittag als Option mit der Zimmerwirtin besprochen. Ich erreiche sie beim Großeinkauf noch in Saarbrücken und bis zum Eintreffen kann es noch sehr lange dauern. Doch die gute Nachricht, sie hat die Schlüssel versteckt am Haus deponiert.

Es beginnt zu regnen und mein Entschluss mit dem Taxi zu fahren ist gefasst. Jetzt muss ich nur noch einen geeigneten Treffpunkt finden. Dieses erscheint vor mir in Form eines großen Bürogebäudes mit Sitz von Pharmaunternehmen. Diesen Treffpunkt kennen die Taxifahrer bestimmt. Zielstrebig steuere ich das Bürogebäude an. Der Pförtner lässt mich auch eintreten. Von ihm erhalte ich die Nummer der örtlichen Taxizentrale und kann auch mit einem Festnetztelefon dorthin anrufen.

Wenig später sitze ich im Taxi und jetzt ist es bereits dunkel. Die Fahrt ist nicht sehr lange und ich stehe wenig später vor meinem Ziel. Das Zimmer ist geheizt und sehr gemütlich. Als einige Zeit später die Zimmerwirtin zurückkommt, erhalte ich auch noch ein Abendessen. 

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