214. Etappe: 30. November 2013

Orscholz – Schengen/Luxemburg – Perl/Mosel  22,1 km

Schon gestern habe ich mich mit einem meiner Vorgänger, dem RundumDeutschlandwanderer Günter Schmitt für heute einen Termin ausgemacht. Er wird mir mit Emma, seiner Beaglehündin, etwas von seiner Heimat Saarland und auch Schengen in Luxemburg zeigen. Wir haben uns um 9 Uhr an der Cloef, oberhalb der Saarschleife verabredet.

Meine Zimmerwirtin hat extra etwas früher das Frühstück hergerichtet. Mein Rucksack ist bereits gepackt und ich starte unmittelbar nach dem Frühstück. Mein Zimmerwirt beschreibt mir ausführlich den Weg zur Cloef. Doch im Ort werde ich unsicher und frage nach. Hier kennt jeder die Cloef und so erreiche ich schon 20 Minuten vor der Zeit diesen Aussichtspunkt.

Der Blick auf die Saarschleife ist atemberaubend schön. Über der Saarschleife liegt noch stellenweise Nebel und Reste des Sonnenaufgangs kann ich noch miterleben. Dieser Blick auf die Saarschleife ist der bisherige Höhepunkt meiner Wanderschaft. Immer und immer wieder fotografiere ich.

Zwei junge Frauen kommen ebenfalls zum Aussichtspunkt und sind wie ich begeistert. Sie wohnen nicht weit von hier und doch waren sie seit ihrer Jugend nicht mehr an diesem Platz. Wir kommen ins Gespräch und wir machen mit einem ihrer Smartphones ein gemeinsames Foto. Ein Foto mit meiner Kamera darf natürlich auch nicht fehlen.

Dann kommt auch Günter mit Emma. Sie ist sofort auf Entdeckungsreise. Hier gibt es so viel zu erschnüffeln. Wenig später kommt auch ein Pressefotograf und nun beginnt eine Fotosession. Wir stellen uns im Gegenlicht auf das kleine Begrenzungsmäuerchen. Ein Bein zu heben lasse ich jedoch sein. Mit meinem schweren Rucksack komme ich ins Wanken. Es folgt eine weitere Serie mit Emma. Günter wird im Januar dazu einen Artikel in einer Wochenzeitschrift verfassen.

Dann starten zwei RundumDeutschlandwanderer auf dem Saar-Rundwanderweg in Richtung Perl an der Mosel und dem gegenüberliegenden Schengen auf Luxemburger Seite. Heute lasse ich mich führen und konzentriere mich mehr auf das Gespräch. Denn zunächst habe ich viele Fragen zu seiner Wanderschaft. Schnell stellt sich heraus, wir haben einige Gemeinsamkeiten. Über viele Kilometer sind wir auf gleichen Pfaden unterwegs gewesen. Hatten auch eine gleiche Unterkunft in Nordfriesland. Unser Gesprächsfluss reißt nicht ab. Es gibt so viel von unseren Erfahrungen auszutauschen. So wie ich, ist auch Günter von der Oder-Flusslandschaft fasziniert. Viel erfahre ich auch von seiner Biografie und die ist sehr beeindruckend. Wer mehr von Günter Schmitt erfahren möchte, hier ein Link zu seiner Webseite:  http://www.guenterschmitt.eu

Ein Versuch, in einem Restaurant einen Kaffee zu trinken, scheitert an der Anwesenheit von Emma. Hunde sind unerwünscht und wo Emma nicht bleiben darf, bleiben auch wir nicht. Bei einem Kinderverkaufsstand müssen wir für den Erwerb zweier Mandarinen hart J mit den beiden Jungen hinter der Theke handeln. Einige Zeit später wird unser gekaufte Wegzehrung auf einer Bank gegessen. Hier schreckt mich Günter mit der Information auf: „Dein rechter Schuh ist seitlich gerissen.“

Wir erreichen Elft und dort die Quelle des Leukbachs, ein Nebenfluss der Saar. Durchlaufen einen Saarländer Urwald, jetzt etwas gestutzt und Blattarm. An einem Aussichtspunkt zeigt mir Günter einen Kegelberg und der liegt in Belgien. An einem alten Grenzstein gibt ein paar Fotos. Schließlich erreichen wir das Länderdreieck „Deutschland, Frankreich, Luxemburg“. Ein alter Grenzstein aus 1880 mit den Buchstaben F für Frankreich und P für Preußen steht hier.

Nun lerne ich, dass es im Saarland nur ein einziges Weinanbaugebiet gibt und das liegt nicht an der Saar, sondern hier an den Hängen des Moseltals, im Dreiländereck. Wenn von einem Saarwein die Rede ist, stammt er aus Rheinland Pfalz und dort aus der Gegend von Saarburg an der Saar.

Wir durchlaufen den Moselort Perl und gelangen zur Brücke nach Schengen. Für mich ist dieser Teil der Mosel völlig fremd. Ich kannte nur die Mosel von Trier bis Koblenz. Die Obermosel ist gleichzeitig Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg.

Schengen, ein inzwischen historischer Ort. Direkt in der Nähe der Brücke liegt die Anlegestelle, an der auch das Schiff „Princesse Marie-Astrid“ vor Anker lag. An Bord wurde am 14. Juni 1985 und am 19. Juni 1990 von den Vertretern der Staaten Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland und Frankreich das „Schengener Abkommen“ unterzeichnet. Nur dadurch kann ich jetzt ohne Passkontrolle ungehindert Luxemburg betreten.

Von der Anlegestelle laufen wir an der Friedenssäule und an einem Segment der Berliner Mauer vorbei zum Europäischen Dokumentationszentrum. Im daneben liegendem Café trinken wir nun mit Emma unterm Tisch, in Ruhe unseren Kaffee. Nun befragt mich Günter für seinen Artikel.

Der Abschluss unseres heutigen Tages bildet der Gang zu meiner Unterkunft. Zunächst stehen wir vor einem geschlossenen Hotel- und Restauranteingang. Einmal rund ums Haus und Günter findet den Hotelier.

Ein toller Wandertag mit gutem Wetter und nicht enden wollenden Gesprächen geht nun zu Ende. Wir bleiben in Verbindung und haben schon eine gemeinsame 8 -9 tägige Wandertour fürs nächste Jahr ausgemacht. Ich freue mich drauf.

Vielen Dank Günter für diesen entspannten Wandertag mit unglaublich vielen Informationen.  

Recent Related Posts

Ein Gedanke zu “214. Etappe: 30. November 2013

  1. Hallo 😉 , hier die eine Frau vom samstag Morgen.. 😉
    Ja, das war ein wunderschöner Morgen und Sonnenaufgang.
    ..es ist so toll, Menschen zu treffen, die auch ein Sinn für so eine wunderschöne Natur haben.. begeistert sind von kleinen Dingen,
    und so offenherzig und freundlich sind.. es war sehr schön, sie kennenlernen zu dürfen..
    ich wünsche Ihnen noch ganz viele solcher Momente und Begegnungen..
    und dass sie wohlbehalten wieder zu hause ankommen.
    glg silke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.