Ausrüstung ausgewählt und Packliste erstellt.

Seit ca. zwei Wochen beschäftigte ich mich mehr oder weniger intensiv mit meiner Ausrüstung. Dafür habe ich teilweise andere wichtige Dinge zurückgestellt. Das war aber dringend notwendig um fehlendes ggf. noch zu beschaffen und endlich Klarheit über mein Rucksackgewicht zu bekommen. Bei dieser Wanderung nehme ich erstmals auch ein Zelt, ein kleines Notebook und diverse zusätzliche Dinge mit. Außerdem musste ich feststellen, dass es bereits ein paar Dinge gab, die momentan ausverkauft waren. Die genannten voraussichtlichen Liefertermine lagen alle bei Anfang März. Für mich waren diese Liefertermine viel zu unpräzise und zu nahe zu meinem Startzeitpunkt, also musste ich mich bereits nach Alternativen umsehen.

Zunächst habe ich eine umfangreiche Ausrüstungsliste, auch mit vielen Alternativsachen, zusammengestellt. Dabei wurde alles akribisch aufgelistet, beschrieben und ausgewogen. Immer mit dem Augenmerk auf ein geringes Gewicht und ein möglichst kleines Packmaß. Ich bin kein „Ultraleicht“-Fetischist, der alles nur auf das Gewicht reduziert, sondern habe meine lange Wanderschaft mit einem möglichst leichten und nicht so vollen Rucksack dabei im Blick gehabt. Meine Gelenke werden es mir hoffentlich danken.

Zu den Neuanschaffungen gehörten das 1-Personen-Zelt, der Daunen-Schlafsack und die Luftmatratze. Sie sind trotz geringem Gewicht auch von guter Qualität. Das Zelt gehört mit nur ca. 1000 g zu den leichtesten Zelten seiner Klasse. Der Schlafsack ist für eine Grenztemperatur von 2° C (Mann) und Extremtemperatur -9° C ausgelegt und wiegt nur 600 g. In einem Test bei einer Outdoor-Zeitschrift schnitt er hervorragend ab. Statt einer ISO-Matte habe ich mich für eine Luftmatratze entschieden. Sie überzeugte mich durch ein extrem niedriges Gewicht von 440 g und ein sehr kleines Packmaß.

Bei der Funktionswäsche bin ich auf Kleidung aus Merinowolle umgestiegen. Hier überzeugten mich zum einen die angenehmen Trageeigenschaften und zum anderen ein durchgeführter „Stinktest“. Mein Test unternahm ich mit einem Unterhemd, dass ich fünfmal getragen habe, ohne es zu waschen. Jedes mal war ich total verschwitzt gewesen. Nach diesem Test war immer noch kein Schweißgeruch feststellbar und ich hätte das Hemd noch weiter tragen können. Auch im feuchten Zustand fühlte sich das Hemd angenehmer auf der Haut an als ein Kunstfaserhemd. Wahrscheinlich denken nun einige Leser: „Nun spinnt er ein bisschen“. Nein tue ich nicht! Kleidung aus Merinowolle kann mehrere Tage getragen werden und wärmt auch noch im feuchten Zustand zuverlässig. Wer einmal mit feuchten Kunstfaser-Klamotten morgens loslaufen musste – sie waren über Nacht leider nicht trocken geworden – wird mich gut verstehen. Außerdem ist Merinowolle deutlich geruchsneutraler als Kunstfasermaterial wie ich ja selbst feststellen konnte. Bei einem gleichen Test mit einem Kunstfaserhemd hätten mich meine Begleiter(innen) wahrscheinlich zum Mond geschossen, denn ich hätte meilenweit nach Schweiß gerochen. Die kurzärmligen Funktions-Shirts in 200er Qualität Merinowolle kann ich als Unterhemd und als T-Shirt tragen, erspare mir dadurch separate Hemden, also auch ein Gewichtsvorteil. Ob es klappt, werde ich unterwegs feststellen.

Als ich heute meine weitestgehende Festlegung der Packliste vorgenommen und alle Einzelgewichte addiert hatte, war die Überraschung groß. Das Gesamtgewicht, einschließlich 2 Liter Wasser, liegt bei knapp unter 16 kg. Am „Mann“ trage ich zusätzlich, einschließlich Nordic Walking Stöcke, knapp unter 5 kg. Bei meiner ersten Pilgerreise von Darmstadt nach Santiago de Compostela hatte ich zunächst 17 kg Rucksackgewicht und am „Mann“ über 5 kg zu schleppen.

Meine Erleichterung ist nun riesengroß, denn ich hatte starke Zweifel, was das Rucksackgewicht betraf. Meine Wanderschaft kann entspannt beginnen.

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