224. Etappe: 12. Dezember 2013

Kamp-Bornhofen – Sankt Goarshausen
Distanz: 20,1 km; Aufstiege: 733 m; Abstiege: 664 m

Heute Morgen bin ich bereits um 8 Uhr auf dem Weg zum Rheinsteig. Wie kam es dazu? Erstmals seit Langem konnte ich um 7 Uhr frühstücken und somit sehr zeitig starten. Auf den letzten Tagen wachse ich noch über mich hinaus :-).

Zunächst geht es durch Kamp, dann folgt der Ortsteil Bornhofen und schließlich bin ich auf einer Kreisstraße über Serpentinen in Richtung Rheinsteig unterwegs. Dann der Einstieg und wie erwartet, geht es auf einem schmalen Pfad weiter steil nach oben. Schon bald erreiche ich die Burgruine Liebenstein. Das Hotel Restaurant bei der Burg scheint bereits im Winterschlaf zu liegen. Alles wirkt wie ausgestorben. Ich habe einen guten Blick ins Rheintal. Nur liegen die Landschaft und der Rhein in einem leichten Nebelschleier gehüllt. Ich halte mich nicht sehr lange hier auf.

Am Wegesrand ein altes Gedenkkreuz aus Stein. Was in den Stein gemeißelt ist, kann ich kaum erkennen. Eine Tafel gibt Auskunft über die Inschrift: „Hier wurde im Jahre 1754 der Landarbeiter Bartholomäus Sauerborn erschlagen und beraubt.“ Erstaunlich, dass so ein Gedenkstein die Jahrhunderte überdauert hat.

Wieder erreiche ich einen herrlichen Aussichtspunkt. Die Ferne ist weiterhin in leichtem Nebel gehüllt. Ein Güterzug mit überwiegend orangefarbenen Waggons schlängelt sich am Rhein entlang. Als ich bewusst diesen Zug wahrnehme, entsteht sofort das Bild einer sich am Fluss schlängelnden Schlange in mir. Meine Kamera ist noch schussbereit und so halte ich diese Güterschlange im Bild fest. Nur wenig später stehe ich vor einem Hangstück mit Blick auf den Rhein und davor mit Büschen, Sträuchern und Totholz überwuchernden Pflanzen. Die vielfältigen Farben und Formen lassen in mir ein Gemälde entstehen und natürlich halte ich auch das im Bild fest. Der Morgen fängt gut an und der Rheinsteig bietet mir sofort viel Abwechslung.

Schnell stelle ich fest, der Rheinsteig auf dieser Etappe ist der bestmarkierte Wanderweg, den ich auf meiner Wanderschaft bisher angetroffen habe. Auch auf Wegen ohne Abzweigungen sehe ich immer wieder eine Markierung. Gerade bei Steigungs- und Gefällestrecken bietet so eine exzellente Markierungshäufigkeit viel Sicherheit. Nicht immer achtet man auf Markierungen, und wenn man dann den Blick nach vorne richtet, taucht garantiert wenig später wieder eine Markierung auf. Und so entsteht nie Unsicherheit. Selbstverständlich sind auch Abzweigungen entsprechen markiert. Mein Navi mit dem Track des Rheinsteigs brauche ich eigentlich nicht. Ich bin total begeistert von dieser perfekten Wegeauszeichnung.

Mein Weg verläuft durch Waldgebiet, führt am Hang mit Blick auf den Rhein und über Wiesen entlang. Immer wieder sehe ich den Rhein und die sich dicht daran schmiegenden Weinorte. Unterwegs durchlaufe ich zwei Orte. An einer mehrfach ausgeschilderten „Oase“ laufe ich vorbei. Nur zu trinken bekomme ich hier nichts mehr. Ich bin zur falschen Zeit hier unterwegs. Heute begegnen mir nicht einmal Gassigeher. Ich bin völlig alleine unterwegs. Doch bei einer Pause auf einer Bank, ich telefoniere gerade, läuft doch tatsächlich ein Wanderer an mir vorbei.

Was man hochläuft, das muss man meist auch wieder runter und so steuere ich den Weinort Ehrenthal abwärts an. Kaum habe ich das Tal fast erreicht, geht es ohne den Ort zu berühren wieder steil nach oben. Vor Wellmich habe ich auf dem gegenüberliegenden Berg die Burg Maus im Blick. Über Serpentinen führt nun der Weg abwärts nach Wellmich. Diesmal erreiche ich auch den Ort. Nun will mich der Rheinsteig doch tatsächlich wieder hoch zur Burg Maus und weiter oberhalb des Rheins bis zuh meinem Zielort St. Goarshausen über eine Distanz von 5,3 Kilometer schicken. Diesmal streike ich und nehme den etwa 2,5 Kilometer langen Weg an der Straße. 

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