128. Etappe: 30. August 2013

Neustadt in Sachsen – Weißig
Distanz: 28 km; Aufstiege: 621 m; Abstiege 708 m

Nach dem Frühstück versuche ich verzweifelt eine Unterkunft in Rathen zu bekommen. Es ist Wochenende und zusätzlich gibt es eine Aufführung in der Felsenbühne Rathen. Ein Zimmer für 150 € kann ich sofort buchen. Ich verlagere meine Suche auf die linkselbische Seite. Auch hier in Oberrathen ist alles ausgebucht. Schließlich finde ich in einem Hotel im nächsten Ort Weißig ein Zimmer. Normalerweise zeigt das Hotelpersonal erst das Zimmer. Es hat kein Fön und keine Minibar, aber das Bad wäre groß. Auf Fön und Minibar kann ich problemlos verzichten, brauche ich nicht! Und so buche ich blind dieses Notzimmer im Dachgeschoss, auch wenn es nicht ganz billig ist.

Mein Weg führt quer durch Neustadt auf kleinen Straßen und teilweise an der Spree entlang. Immer noch ist die Spree mehr Bach als Fluss. Bis nach Polenz bewege ich mich in einem Tal. Im Ort komme ich mit einem älteren Mann ins Gespräch. Er mäht gerade mit einer Sense einen Randstreifen seines Grundstücks. Früher habe er das gesamte Gelände mit der Sense gemäht, heute schafft er das nicht mehr, berichtet er mir. Wir unterhalten uns noch eine Weile und dann verabschiede ich mich und es geht weiter. Ab Ortsrand von Polenz beginnt die erste heftige Steigung. Die Sonne scheint kräftig und ich komme heftig ins Schwitzen. Um mich herum eine sanft hügelige Landschaft, meistens abgeerntete Getreidefelder oder Weiden, aber auch Maisfelder beiderseits des Weges. Ich bin völlig alleine unterwegs, wieder ist es himmlisch ruhig. In der Ferne erkenne ich eine Straße und Autos erscheinen mir wie Spielzeuge.

In Cunnersdorf wechsele ich auf eine wenig befahrene Kreisstraße und kurz vor Hohnstein kehre ich in einen Gasthof mit Pension ein. Komme schnell mit dem Wirt über Wanderwege in der Sächsischen Schweiz ins Gespräch. Meinen heutigen Weg beschreibt er als schwierig und teilweise steil, aber schön. Da er wenig später schließen möchte, darf ich mich auf der Terrasse noch hinsetzen. Dabei rät er mir, über sein Grundstück hoch zu einem kleinen Pfad zu steigen und von dort nach Hohnstein zu laufen. Ich hätte dort einen grandiosen Ausblick auf die Burg und den Ort.

Nach dem Übertragen einer fehlenden GPS-Route auf mein Navi steige ich über das Gasthausgrundstück einige Meter hoch auf einen schmalen Waldpfad. Diesem folge ich in Richtung Hohnstein und tatsächlich hoch über den Ort habe ich schließlich einen grandiosen Ausblick. Am Ende des Pfades steige ich über eine Treppe runter in den Ort. Durchquere den Ort, bin noch eine Weile auf einem Wirtschaftsweg unterwegs und erreiche schließlich den Malerweg.

Der Malerweg ist ein 112 Kilometer langer Wanderweg durch das rechts- und linkselbische Sandsteingebirge der Sächsischen Schweiz. Der Weg ist mit Namen wie Adrian Zingg, Anton Graff oder Caspar David Friedrich verbunden. Er gehört zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands. Die Beschilderung ist ausgezeichnet und man kann die schönsten Plätze der Sächsischen Schweiz darauf erwandern.

Kaum tauche ich ein in die Waldlandschaft des Malerweges, bin ich schon mittendrin im Elbsandsteingebirge. Vorbei geht es an Sandsteinblöcken, rundgeschliffen und häufig bemoost oder durchlöchert wie ein Sieb. Sie liegen am Wegesrand, am Steilhang oder in der Schlucht und sind von von beeindruckender Größe. Zwar kreuzen häufig Wurzeln und Steine meinen Weg, doch gibt es auch freie Stellen mit schwingendem Waldboden. Hier zu Laufen ist herrlich. Der Weg schlängelt sich am Berghang entlang und auf der anderen Seite an tiefe Schluchten vorbei.

Unterwegs sehe ich gegenüber der Schlucht gewaltige Felsentürme und die werde ich wahrscheinlich noch passieren. Dann der große Halben, ein bedeutender Klettergipfel mit schwierigen Aufstiegsmöglichkeiten. Wenig später ein Hinweisschild zur Gautschgrotte. Der dorthin führende Weg ist unscheinbar und nicht sofort erkennbar. Ich gehe zu dieser Grotte. Im Zentrum dieser Grotte ist bereits eine Gruppe. Über der Gruppe bilden gewaltige überhängende Felsmassive die Grotte.

Weiter geht es und ich komme an eine Abzweigung nach Hohnstein vorbei. Dort will ich nicht wieder hin und so bleibe ich auf dem Malerweg. Schließlich erreiche ich die zuvor schon gesehenen Felsmassive. Doch ein Blick auf mein Navi, eher nur ein Kontrollblick, verrät mir, ich bin schon einige Zeit nicht mehr auf meiner Route. Verstehen tute ich es nicht, denn eine Abzweigung habe ich nicht gesehen. Eine Alternative habe ich allerdings hier auch nicht, also zurück. Unterwegs kommt mir die Gruppe von der Grotte entgegen. Ich frage den jungen Führer und erfahre dabei, dass ich wohl eine Treppe abwärts übersehen habe. Schließlich erreiche ich diesen Treppenabgang zum Schindergraben. Es geht über Holz- und Steinstufen oder Felsensteine und Schrägen runter in den Graben. Einmal überquere ich auch den dahin fließenden Bach mit einer kleinen Holzbrücke. Die Landschaft ist hier atemberaubend und wildromantisch! Am Ende des Abstiegs überquere ich nochmals einen nun breiteren Bach und erreiche das Polenztal mit einem Ausflugslokal.

Schon kurz danach erreiche ich eine Lichtung und vor mir ein Buffet, hergerichtet auf Baumstämmen, darauf ausgebreitet eine weiße Tischdecke mit Obst, Gemüse, Wurst und Käse. Daneben ein kleiner Tisch und eine Frau gerade beim Zusammenräumen. Ich kann es mir nicht verkneifen und spreche sie an: „Oh wie schön, dass sie für mich einen Imbiss zubereitet haben.“ Und tatsächlich, die Frau lädt mich ein, davon zu essen. Bietet mir auch Rotwein an. Doch den lehne ich schweren Herzens ab und trinke lieber das vorhandene Mineralwasser.

Das Buffet war natürlich nicht für mich aufgebaut, sondern bildete den Abschluss des heutigen Tages für eine Seminargruppe, die ein Teamfähigkeitstraining absolvieren. Auch ist das Buffet bereits ordentlich abgeräumt, doch für mich gibt es noch genug zum Essen. Die nette Frau ist die Organisatorin für dieses Training und kennt sich hier in der Sächsischen Schweiz exzellent aus. Und so erfahre ich, dass ich mich in unmittelbarer Nähe, ich sehe, bereits die ersten Treppenstufen, vor dem Aufstieg zum Aussichtsplateau über der Wolfsschlucht befinde. Erreichbar ist das Plateau über etwa 380 Treppenstufen.

Zusammen mit einer Mutter und deren Sohn starte ich den Aufstieg. Zunächst sind es noch Holzstufen und es wird zunehmend steiler. Dann stehen wir vor einer steilen Metalltreppe nach oben. Einige Meter oberhalb befindet sich eine enge Felsspalte und da muss ich mit Rucksack durch. Mir kommen Zweifel, doch ich wage es mit aufgeschnalltem Rucksack. Die Frau nimmt meine Stöcke und ich zwänge mich schließlich auf allen Vieren durch dieses enge Loch. Es klappt gerade so. Weitere Metallleitern führen hinauf und ich komme ordentlich ins Schnaufen. Dann endlich ist es geschafft und eine toller Ausblick entschädigt für die Mühen.

Auch dem weiteren Weg nach Rathen ist ist unverändert schön. Meistens durchlaufe ich Mischwald, aber auch Buchenwald und erreiche dann einen breiten Fluss, eher doch ein See. Zunächst bin ich irritiert, ist das die Elbe? Ich frage zwei Männer und erhalte von ihnen die Antwort: „Das ist der Amselsee, die Elbe ist noch ein Stück weiter.“ Auf einer Kopfsteinpflasterstraße geht es weiter Richtung Niederrathen und Elbe. Plötzlich kommen mir Massen von Menschen entgegen. Ich sehe dann den Eingang zur Felsenbühne Rathen. Schließlich erreiche ich die Elbe und gerade legt auch die Gierseilfähre an. Auf der Fähre habe ich einen tollen Ausblick zu dem gewaltigen Sandsteingebirgszug an der Elbe.

Diese historische Fähre überquert die Elbe ganz ohne Motorkraft und nutzt die Strömung des Flusses aus. Sie hängt an einem sehr langen Längsseil. Man nennt diesen Fährtyp auch „Fliegende Brücke“.

Die Fahrt auf die andere Elbseite ist schnell vollbracht und ich laufe zunächst auf einer schmalen Straße Richtung Weißig. Dann erreiche ich die mir genannte Abzweigung und Abkürzung über einen Wirtschaftsweg. Der hat es in sich, schnell bin ich wieder am Keuchen und der Schweiß fließt in Strömen. Auf etwa einem Kilometer steige ich über 100 Höhenmeter hoch. Ich bin froh das Hotel zu erreichen.

Das Notzimmer liegt im Dachgeschoss und hat eine Metalltür. Stände nicht daneben die Zimmernummer, ich hätte nicht dahinter das Zimmer vermutet. Im Inneren verbirgt sich ein schmaler länglicher Raum mit zwei Betten hintereinander unter der Schräge stehend. Das Bad ist tatsächlich groß, dahinter das WC. Im Bad steht ein Sofa.  

127. Etappe: 29. August 2013

Sohland a. d. Spree – Neustadt in Sachsen  22,7 km

Nach dem Frühstück beginnt meine Suche nach einer Unterkunft für Neustadt. Schon bei der ersten Pension erhalte ich wegen Belegung eine Absage. Gleichzeitig erhalte ich aber eine Telefonnummer einer weiteren Pension. Bei der Dritten werde ich dann fündig und buche. Mehr gibt es nicht in Neustadt, als Alternative wäre dann nur noch das teuere Hotel gewesen.

Gestern Abend hatte es geregnet. Die Spuren sind immer noch auf dem Flachdach unter mir zu sehen. Als ich die Pension verlasse, sind jedoch wieder Sonnenschein und blauer Himmel. Von der Pension geht es hoch oberhalb des Ortes an den Feldern vorbei. Dieser Weg zieht sich einige Zeit noch, doch dann bin ich wieder in der Natur. Zunächst durchlaufe ich Wiesen, immer mit Blick auf die hügelige Landschaft. Dann bin ich wieder auf einem Waldpfad, der recht ordentlich hinaufführt. Bei einem kleinen Teich, hier gab es früher einen Steinbruch, mache ich eine Pause. Während meiner Pause kommen zwei ältere Paare an mir vorbei. Mit ihnen komme ich kurz ins Gespräch und erfahre, das der Granitabbau hier in der Gegend nicht mehr gut läuft.

Aus China werden Granitblöcke als Ballast für die Schiffe statt Wasser mitgenommen, erklärt man mir. Dieser Granit ist daher deutlich billiger und eine starke Konkurrenz für den einheimischen Granitabbau.

Am Ende des Aufstiegs durch den Wald erreiche ich Wehrsdorf. Von dort führt mich mein Navi auf einem Wirtschaftsweg wieder in Richtung Wald. Ich werde unsicher, da auf der Navikarte der Weg unterbrochen dargestellt wird. Bei einem Haus frage ich eine alte Frau mit Krücken, ob ich den Weg ungehindert folgen kann. Sie fragt zurück, wohin ich denn will. Als ich es ihr sage, höre von ihr: „Nein dort kommen sie nicht nach Neustadt. Oh Gott, warum wollen sie so weit laufen. Da kommen sie doch heute nicht mehr an! Ich muss mir ja richtig Sorgen um sie machen. Fahren sie mit dem Bus.“ Ich beruhige sie und verabschiede mich von ihr. Inzwischen habe ich mich entschieden zurück zur Straße zu gehen, und von dort auf dem Radweg zu laufen.

Der Anstieg nach Steinigtwolmsdorf hat es in sich und ich bin froh im Ort eine Pause zu machen. Der Radweg führt am Ende des Ortes weg von der Straße und hin bis zu einer kleinen Siedlung. Danach geht es weiter über einen schmalen Waldpfad und an dessen Ende stehe ich wieder an der Straße. Doch jetzt gibt es keinen Radweg mehr. Zurück will ich nicht und so bleibt mir wieder einmal nur der Weg auf der Straße. Der Weg zum Ziel nach Neustadt ist lang, ich muss mich etwa 8 Kilometer mit meinen geliebten Rasern 😐 arrangieren.

Unterwegs sind wieder einige ordentliche Steigungen dabei. Doch schließlich erreiche ich Neustadt und meine heutige Pension am Markt des Ortes. 


126. Etappe: 28. August 2013

Ebersbach (Sachsen) – Sohland a. d. Spree  18,3 km

Um 10 Uhr verlasse ich den Gasthof und laufe zunächst an einem Spreearm entlang bis zu einem kleinen Park, in dem sich zwei Spreearme vereinigen. Alles ziemlich unspektakulär, vor allem kaum zu glauben, dass diese Rinnsale die Spree sein sollen. Ich verlasse über den ersten Hügel Ebersbach und habe gleich einen herrlichen Ausblick auf diese hügelige Landschaft.

Nicht weit von Ebersbach bin ich bereits in unmittelbarer Nähe zur tschechischen Grenze. Mein Weg führt mich an Waldgebieten und landwirtschaftlich genutzten Feldern vorbei. Fast alles ist bereits abgeerntet. Zurzeit wird gerade ein Rapsfeld abgeerntet.

Nach Neusalza geht es nach Taubenheim, Ort der Sonnenuhren, und dort wenig später weg von der Straße. Das Dorf Am Hohenberg tangiere ich nur. Zuvor habe ich bereits die inzwischen als Bach angeschwollene Spree über eine kleine Brücke überquere. Vorbei weiter ansteigend am Wald entlang nach Sohland. Dort an der Hauptstraße erreiche ich schließlich meine heutige Bleibe.  

125. Etappe: 27. August 2013

Großschönau – Ebersbach  22,4 km

Der Tag beginnt wieder mit blauem Himmel und Sonnenschein. Mein Gasthof liegt etwas abseits der Route in einem Gewerbegebiet. Schon wenige Meter später komme ich an einer Frottierweberei und danach an einer Damastweberei vorbei. Diese beiden Webereien sind die einzig übrig gebliebenen Webereien nach der Wende, wie ich später erfahre.

Um noch etwas mehr vom Ort zu sehen, steuere ich die Kirche an. Und habe auch wenig später das erste Ensemble von Umgebindehäusern. Das setzt sich im Ortskern weiter fort und wie schon gestern, stehen weiter schöne Umgebindehäuser direkt an der Mandau. Mit einem Mann, er beseitigt gerade die Spuren des Heckeschneidens, komme ich ins Gespräch.

Er erzählt mir, dass es vor der Wende hier viele Arbeitsplätze in den Webereien und in der Maschinenfabrik gab. Bei der Maschinenfabrik waren es etwa 300 Arbeitskräfte und jetzt gerade mal noch etwa 30. Ähnlich bei den Webereien, ehemals über 3000 Arbeitskräfte und heute etwa 300. Die meisten Fabriken sind inzwischen abgerissen, ich habe die beiden übrig gebliebenen bereits gesehen. Früher hat man hier billig für den Westen Frottierhandtücher hergestellt. Mit der Wende wurden die Webereien von der westlichen Konkurrenz aufgekauft. Für zwei Jahre war Bestandsschutz der Mitarbeiter. Danach kam dann das Ende. Das Personal wurde entlassen, die Maschinen verkauft und die Fabriken abgerissen.

Das Damastmuseum und das Technikmuseum kann ich nicht besuchen, es ist bereits zu spät, ich muss weiter. Nach dem Ort wird es zunehmend hügeliger und das Auf und Ab beginnt. Um mich herum Berge des Zittauer Gebirges. Für längere Zeit tauche ich in ein Waldgebiet ein, laufe unterhalb des Gipfels an einen Berg mit 475 Meter Höhe entlang, durchwandere Felder. Schließlich erreiche ich Spitzkunnersdorf. Auf der Ortsstraße laufe ich direkt auf einen weithin sichtbaren Gasthof zu. Es ist ein Wirtshaus mit Brennerei und dem selbst ernannten Namen: „Schwarzbrennerei Wilder Hirsch.“ Hier kehre ich ein und kann dem „Wilden-Hirsch-Bier“ nicht widerstehen. Daher genehmige ich mir, gegen alle Vernunft, eine ½-Liter-Flasche Starkbier. Nach Verlassen des Wirtshauses geht es bergan an der Straße entlang und ich merke deutlich das Bier. Wenig später biege ich in einen Feldweg ab, der wiederum gut ansteigend verläuft. Schwer atmend nehme ich diese Hürde. Ich bin Alkohol unterwegs nicht gewöhnt, jetzt muss ich dafür büßen.

Weiter laufe ich durch Felder und nehme ein paar Hügel mit. Inzwischen habe ich den Alkohol ausgeschwitzt. Dann erreiche ich Leutersdorf und ab hier geht es nur noch an der Straße entlang. Bis Neueibau habe ich einen Fuß- und Radweg. Der hört aber nach Neueibau auf und so bin ich wieder am Straßenrand unterwegs. Inzwischen hat der Berufsverkehr eingesetzt. Jetzt heißt es wieder starke Nerven und Gottvertauen haben, denn wieder rasen einige Verrückte an mir vorbei.

Erst vor Ebersbach hat mich ein Radweg wieder. An der Hauptstraße und an einem Bach entlang erreiche ich schließlich meine heutige Pension. Später erfahre ich, dass dieser Bach ein Arm der Spree ist.  

124. Etappe: 26. August 2013

Zittau – Großschönau 20,6 km

Ein Frühstück gibt es in der Pension nicht. Das ist aber kein Problem, denn genau gegenüber ist eine Bäckerei und dort kehre ich ein. Danach heißt es den Fluss Mandau, ein Nebenfluss der Neiße, zu finden. Vom Marktplatz aus laufe ich durch eine schmale Gasse, sie ist nicht in meiner Navikarte eingezeichnet. Dabei geht es vorbei an einigen im schlechten Zustand befindlichen Gebäuden. Hier ist noch viel zu tun. Ein bisschen kommt es mir vor, wie wenn die Zeit hier stehen geblieben ist.

Schließlich erreiche ich den Olbersdorfer See, ehemals ein Braunkohle-Tagebauabbruchgebiet, und durchlaufe dort einen Park. Kurz vor Hörnitz bin ich dann an der Mandau. Sie wirkt eher wie ein Bach und nicht wie ein Fluss. Ich folge ihr, doch mein Weg verlässt in Hörnitz wieder die Mandau. Ein Schild weist auf den Naturpark Zittauer Berge hin. Am Ortsrand komme ich an mehreren Pflaumenbäumen vorbei. Der letzte Baum, eher noch ein Busch, trägt viele reife Früchte. Hier kann ich nicht widerstehen und nasche alle erreichbaren Pflaumen. Nach Hörnitz führt mein Weg wieder zur Mandau. Hier sieht sie endlich wie ein Flüsschen aus, ist höchsten knietief und durchzogen mit Kiesbänken und im Flussbett verstreut immer wieder größere Steine.

Erst als ich Mittelherwigsdorf verlasse, wird die Flusslandschaft schöner. Noch einmal entferne ich mich auf einer Straße vom Fluss. Tauche ein in ein Waldgebiet und folge einem schmalen teilweise zugewachsenen Waldpfad. Die Mandau ist jetzt wieder unmittelbar neben mir. Die Umgebung mit der Mandau wird Zusehens idyllischer. Am Ende des Waldes durchlaufe ich eine Kräuterwiese mit Blick auf eine Brücke und dem Ort Hainewalde. Wenig später komme ich am Schlosspark mit dem mächtigen Schloss im Hintergrund vorbei.

Das Schloss stammt aus dem 17. Jh. und war der Herrensitz der sächsischen Herrschaften v. Kanitz und Kyaw. Aus einem Bauerndorf wurde mit dem Bau des Schlosses und einer Vielzahl weiterer Gebäude das „Sanssouci der Lausitz“.

Leider ist heute keine Öffnungszeit und so gehe ich weiter an der Mandau entlang und durchschreite den lang gezogenen Ort. Bei einer Weggabelung folge ich dem bergauf führenden Weg bis zur Kirche, erbaut 1711. Im dortigen Friedhof steht die imposante herrschaftliche Gruft aus dem Jahre 1715.

Wieder am Fluss sehe ich auf der anderen Seite einen Getränkemarkt mit der Anzeige in den Fenstern: Getränke, Lebensmittel und Baumarkt. Bei der nächsten Brücke wechsel ich die Flussseite und gehe zurück zum Markt. Im Laden treffe ich auf eine nette Verkäuferin und ich kann auf einem Stuhl im Markt, um mich rum Regale und Getränkekisten, meine Imbisspause machen. Von der Verkäuferin erfahre ich, dass die dort verkaufte Limonade aus eigener Herstellung in Hainewalde stammt.

Seit 1899 wird die Menschel-Limonade nun schon in vierter Generation hier hergestellt. Es gibt vom Mineralwasser bis zur Menschel-Cola ein breites Sortiment an Getränken.

Während meiner Pause beobachte ich ein bisschen das Treiben im Markt. Die Verkäuferin scheint sehr beliebt bei den Menschen des Ortes zu sein. Bei einer alten Frau öffnet sie kurzerhand den abgepackten Kartoffelsack und verkauft davon abgewogen eine Teilmenge.

Dann geht es weiter. Es ist warm geworden und die Sonne scheint recht kräftig. Immer öfter komme ich an Umgebindehäusern vorbei. Viele von ihnen sind teilweise oder komplett renoviert. Sie machen mich neugierig und ich möchte mehr davon erfahren. Dann sehe ich einen Mann neben einem wohl vor kurzem erst renovierten Umgebindehaus. Das ist meine Chance und ich spreche ihn an.

Sein Haus wurde tatsächlich erst vor Kurzem renoviert. Es ist etwa 450 Jahre alt. Er ist im Besitz einer alten Urkunde, in dem ein damaliger Verkauf eingetragen ist. Ich darf das Haus auch im Inneren fotografieren. Er führt mich vom Flur in einen Raum und dort sieht man noch die alten Schiebeladen vor den Fenstern. Auch kann man die Querbalkenwände des baulich vom übrigen Gebäude losgelösten Erdgeschosses sehen. Draußen bei den ausgestalteten Rundbögen wurden damals keine Nägel, sondern Holzdübel verwendet. Diese wurden auch wieder bei der Renovierung einsetzt.

Die Schieferplattenverkleidung des Obergeschosses wurde zu späterer Zeit vorgenommen. In der Gegend gibt es keinen Schieferabbau. Jedoch wurden früher hier in der Gegend Sandstein-Mühlsteine hergestellt und nach dem Transport dieser Mühlensteine wurde der Schiefer auf dem Rückweg nach hier importiert.

Das Umgebindehaus ist ein besonderer Fachwerkhaustyp. Das heutige Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Niederschlesien, Oberlausitz, Nordböhmen bis ins Elbsandsteingebirge.

Es besteht eine bauliche Trennung des Erdgeschosses mit dem Obergeschoss und dem Dachgeschoss. Das Obergeschoss und der Dachstuhl ruhen auf längs verlaufende Balken. Diese wiederum werden von einem Stützsystem von Ständern (senkrecht verlaufende Balken) rund ums Haus getragen. Der Raum zwischen den Ständern wird durch Rundbögen ausgestaltet. Der gesamte Erdgeschossbereich ist baulich getrennt. Der Grund für diese besondere Ausführung liegt in der damit fehlenden Schwingungsübertragung. Denn entwickelt wurde dieser Haustyp für Weber. Im Erdgeschoss standen die Webstühle und im Obergeschoss, in der Blockstube, war der Wohnbereich.

Ich bin bereits bei der Besichtigung des Umgebindehauses am Rande von Großschönau. Noch geht es weiter an der Mandau entlang. Und hier komme ich an einer größeren Flussbaustelle vorbei. Wie schon an der Neiße ist hier die Mandau vom Schlamm der Baustelle getrübt. Daher vermute ich, dass die Trübung der Neiße während der Flussbettänderung verursacht wurde. Die Mandau fließt bei Zittau in die Neiße, die wiederum in die Oder und ich sah die Trübung auf dem Weg nach Zittau.

Der Weg weiter zum Ort ist geprägt von vielen schönen Umgebindehäusern. Sie stehen beiderseits der Mandau. Auf den letzten zwei Kilometern zum Gasthof verlasse ich leider den schönen Teil von Großschönau. Meine Pflaumen vom Mittag machen sich immer mehr bemerkbar und mein Schritt wird deutlich schneller. Schließlich erreiche ich den Gasthof, meine heutige Unterkunft. 

123. Etappe: 25. August 2013

Kloster St. Marienthal ‐ Zittau  22,4 km

Beim Frühstück treffe ich Herrn S. wieder und er berichtete mir, dass er bereits oberhalb des angrenzenden Weinbergs den Sonnenaufgang erlebt hat. Während unserer Unterhaltung erzähle ich ihm von meinen nächsten Etappen und erhalte den Ratschlag ab Zittau an dem kleinen Fluss Mandau entlang nach Großschönau zu laufen. Spontan ändere ich nach dem Frühstück meine Route ab Zittau. Da sie kürzer ist als zuvor, entschließe ich mich nur bis Zittau zu laufen und habe so noch Zeit auch diese Stadt und das große Fastentuch zu besichtigen.

Der Oder-Neiße-Radweg führt durch das Kloster und so bin ich ohne Navigieren sofort auf meiner heutigen Etappe und direkt wieder an der Neiße. Der Tag verspricht gut zu werden, der blaue Himmel ist schon da und auch die Sonne scheint bereits. Nur der leichte Wind ist noch etwas kühl. Mein Weg führt unmittelbar neben der Neiße entlang. Das Tal hier ist schmal zwischen Bergen und Hangwald gelegen. Von der Sonne bekomme ich nur wenig mit, ich laufe meistens unter einem Dach aus Blättern. Nur in Klosternähe begegne ich Spaziergänger, weiter entfernt treffe ich nur noch auf wenige Radwanderer. Bei einem Neißebogen nutze ich eine frei stehende Bank und lasse mich ein bisschen von der Sonne verwöhne. Dabei beobachte ich ein paar Schlauchboote, die bei Erreichen des Neißebogens Schwierigkeit haben diesen zu umsteuern. Mit ihnen wird die himmlische Ruhe durch Lachen für Momente unterbrochen.

Weiter geht es, und so in Gedanken versunken, wird plötzlich die Stille von einem dumpf grollenden Geräusch unterbrochen. Auf mich zukommend erkenne ich jedoch nichts. Dann ist es unmittelbar neben mir und nun sehe ich auf polnischer Seite etwa 15 Meter oberhalb des Ufers, verdeckt durch Bäume, einen vorbei fahrenden Güterzug. Erkennen tue ich nur einzelne farbige Waggons. Kurz danach habe ich wieder meine Ruhe.

Schon seit einiger Zeit beobachte ich die milchige Trübung der Neiße. Es sieht mir wie mitgespüler Schlamm aus. Ob es noch von dem Hochwasser herrührt und von den Nebenarmen der Neiße stammt?

In Rosenthal mache ich eine größere Pause im Schatten von einem Sonnenschirm. Es ist inzwischen heiß geworden. Nach Rosenthal erreiche ich schnell den Ort Hirschfelde. Hier treffe ich auf viele Fachwerkhäuser und die haben eine mir unbekannte Bauform. Die charakteristische Form dieser Häuser sind die Rundbögen aus massiven Holzbalken, auf die das Haus zu stehen scheint. Man nennt diesen Haustyp Umgebindehaus, wie ich später erfahre.

Nähere Erläuterungen im folgenden Etappenbericht von Etappe 124.

Nach Hirschfelde führt mich der Radweg an der B99 entlang und etwa sechs Kilometer vor Zittau mache ich in einem Buswartehäuschen eine Pause. Suche gerade nach Unterkunftsmöglichkeiten in Zittau, als plötzlich ein Radfahrer abrupt anhält. Es ist mein Gesprächspartner, Herr S. aus dem Kloster. Er hat heute eine über 40 Kilometer lange Tour durch Polen und Tschechien gemacht und ist gerade auf dem Rückweg zum Kloster. Wir unterhalten uns noch kurze Zeit. Dabei ziehen dunkle Wolken über uns auf. Wir hoffen beide, das sie sich uns keinen Regen bringen und ziehen wieder unseres Weges.

Schnell habe ich den Stadtrand von Zittau und schließlich auch den Stadtkern erreicht. Noch viele der durchaus schönen Gebäude sind in einem schlechten Zustand. Seitdem ich den Stadtkern erreicht habe, schaue ich mich nach einer Unterkunft um. Leider, außer einem Hinweis auf ein teures Hotel, sehe ich nirgends einen Gasthof mit Zimmer, noch eine Pension oder Privatzimmer. Am Markt gehe ich daher in ein Café und frage dort nach. Hier zeigt man mir genau gegenüber auf eine Pension. Ich bin vorher daran vorbei gelaufen und habe sie nicht erkannt. Also rüber zur Pension. An der Hausklingel schelle ich, doch niemand reagiert. Dann betrete ich durch die offene Straßentür einen großen überdachten Eingangsbereich und sehe sofort das Pensionsschild. Betrete den Hausflur und klingele erneut im ersten Geschoss, doch wieder keine Reaktion und so gehe ich in die nächste Etage. Dort kommt mir ein junger Mann entgegen. Er ist der Zimmerwirt und betreibt diese Pension erst seit Kurzem. Ich erhalte ein großes Zimmer. WC und Bad sind über den Etagenbereich in unmittelbarer Nähe vom Zimmer erreichbar. Beide sind in einem hervorragenden Zustand.

Ich unterhalte mich einige Zeit mit ihm und trete dann ohne Duschen und Umziehen, noch leicht verschwitzt, eine Stadtbesichtigung und vor allem die Besichtigung des großen Fastentuches an. Aus Zeitgründen gehe zunächst zum Fastentuchmuseum.

Untergebracht ist das große Fastentuch in der Kirche zum Heiligen Kreuz. Es ist von beeindruckender Größe mit seinen Abmessungen von 8,20 x 6,80 Meter. Es stellt eine riesige Bilderbibel mit 90 Szenen dar. Das Fastentuch ist einzigartig in Deutschland und auch von europäischem Rang.

Fastentücher verhüllten bereits um 1000 Altäre, Reliquien und Bilder. Sie wurden in der vorösterlichen Zeit aufgehängt und sollten den Blick auf das Allerheiligste verwehren. Man nannte diese Tücher auch Hungertücher oder Schmachtlappen.

Von der Eingangskasse erreicht man die Kirche über einen sehr alten Friedhof. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Viele der alten Grabsteine zerfallen langsam. Als ich die Kirche betrete, erfüllt das Fastentuch eindrucksvoll und dezent beleuchtet den Kirchenraum. Ich habe Glück und kann einer Audiovorstellung über die Geschichte dieses Tuches fast von Beginn an folgen.

Das kleine Fastentuch, an einem anderen Ort in Zittau untergebracht, kann ich leider nicht mehr sehen. Das Museum ist bereits geschlossen. Ich umrunde fast die gesamte Altstadt und finde einige schöne wiederhergestellte Gebäude. Doch hier in Zittau ist noch sehr viel zu tun, um den vorhandenen Bestand an interessanten Gebäuden wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen.  

122. Etappe: 24. August 2013

Görlitz – Kloster St. Marienthal  23,4 km

Gemeinsam mit Arnold gehe ich zum Frühstück. Danach wird noch gepackt. Arnold wird bis zur Abreise am Nachmittag die Altstadt durchstreifen und ich muss wieder weiter. Geplant habe ich meine heutige Etappe bis Hirschfelde, kurz vor Zittau. Von der Jugendherberge aus versuche ich die mir einzige bekannte Pension in Hirschfelde zu erreichen. Leider vergebens und so spreche ich mein Anliegen auf Band.

Der Weg von der Jugendherberge auf den Oder-Neiße-Radweg ist schnell gefunden. Vorbei geht es wieder an vielen schönen Gebäuden und bei der Obermühle verlasse ich die Straße und wechsel auf einen Pfad neben der Neiße. Das schmale Neißetal durchneidet hier schlängelnd einen Berg. Der Hangwald beiderseits der Neiße reicht bis zu den Ufern. Zunächst wirkt die Neiße hier eher wie ein schmaler kleiner See. Bereits beim Betreten des Pfades vernehme ich Baugeräusche und wenig später sehe ich das teilweise verschalte Viadukt. Oben auf der Brücke wird wohl der Deckbelag entfernt und verursacht diesen Krach.

Mit dem Wald und dem Fluss umschwirren mich wieder die Mücken und so sprühe ich mich nach längerer Zeit wieder einmal mit Mückenspray ein. Wenig später sehe ich auch den Grund, es gibt reichlich Sumpfgebiet am Fluss.

Immer wieder sitzen Angler am Ufer und versuchen ihr Glück. Dann erreiche ich ein parkähnliches Gelände mit einem See und einer Sportanlage. Nach Durchschreiten des Parkes erreiche ich einen Vorort von Görlitz. Damit verlasse ich die Neiße. Auch nach dem Ort, wieder im Grünen, entzieht sie sich für einige Zeit meinem Blick. Ich kann sie nur an der Busch- und Baumreihe in einiger Entfernung erahnen.

Immer mal wieder versuche ich die Pension in Hirschfelde zu erreichen, doch leider meldet sich immer noch die Anrufbox.

Mein Weg führt mich zunächst in unmittelbarer Nähe zur störenden Bundesstraße entlang. Doch mit der Zeit nimmt glücklicherweise der Abstand zu und damit werden auch die Fahrgeräusche erträglicher. Nun präsentiert sich die meist unberührte Auenlandschaft am Radweg in ihrer schönsten Form. Dazu passend blauer Himmel, Sonne und ein leichter Wind. Der Wind wiegt unablässig die langen Gräser, die Pflanzen und die Büsche hin und her. Neben den saftigen Grüntönen der Wiesen kommen nun das helle Braun der Gräser und das leuchtende Gelb hinzu. Diese schöne Landschaft lenkt mich völlig ab und ich genieße wieder einmal mit einigen langen Pausen diese Landschaft. Einzig die großen Stahlmasten im Gelände mit den hinweg führenden Stromleitungen stören etwas. Ich denke sie mir einfach weg! Erinnerungen an den Oderbruch werden bei mir wach.

Dann erreiche ich Hagenwerder und vorbei ist die schöne Auenlandschaft. Im Ort geht es zunächst an etlichen Mietblöcken vorbei und schließlich erreiche ich am Ende des Ortes in Höhe eines Kieswerkes einen Campingplatz. Hier mache ich eine Imbisspause. An einem Gebäude, oberhalb der Fenster, ist eine Hochwassermarkierung von 2010 angebracht. Ich kann nur erahnen, wie es hier 2010 ausgesehen haben könnte. Während meiner Pause unternehme ich einen weiteren Buchungsversuch, wieder vergeblich.

Als ich durch Leuba komme, sehe ich das Schild „Zimmer frei“, doch ich bin immer noch zuversichtlich in Hirschfelde eine Unterkunft zu finden. Dann kurz vor der Stadt Ostritz unternehme ich an einem Rastplatz einen weiteren Buchungsversuch. Ich gebe auf, jetzt muss es in Ostritz klappen. Glücklicherweise habe ich ein Mobilfunknetz und finde eine Pension und das Kloster St. Marienthal. Das Schild zum Kloster habe ich unterwegs mehrfach gesehen, doch ernsthaft nicht als Übernachtungsmöglichkeit berücksichtigt. Bei der Pension meldet sich niemand und die Begegnungsstätte im Kloster ist ausgebucht. Jetzt heißt es hoffen, weitere Pensionen in der Stadt zu finden.

Mein erster Weg führt mich in Ostritz in ein Café und dort frage ich nach Übernachtungsmöglichkeiten. Es werden mir drei Pensionen genannt und alle in der Nähe. Bei der ersten Pension öffnet keiner und auch ein Anruf bleibt erfolglos. Dann weiter zur Zweiten, diese ist jedoch belegt und schnell erreiche ich auch die dritte Pension. Wieder klingele ich an der Haustür, keiner öffnet. Der Anruf bei der angegebenen Festnetznummer ist ebenfalls erfolglos. Dann der letzte Versuch bei der Mobilfunknummer. Es meldet sich jemand, doch nun die schlechte Nachricht, der Zimmerwirt ist 100 Kilometer entfernt und macht Urlaub. Von ihm erfahre ich, das man direkt im Kloster übernachten kann. Ich suche die Nummer und rufe an. Die nette Frau am Telefon: „Ob etwas frei ist, weiß ich nicht. Bitte warten sie, ich schaue nach.“ Es dauert und leicht nervös warte ich auf die Antwort. Schließlich die erlösende Antwort, es ist noch ein Zimmer frei.

Erleichtert setze ich meinen Weg fort. Der Weg zum Kloster ist gleichzeitig auch der Oder-Neiße-Radweg. Kurz vor dem Kloster überholt mich ein Mann. Wir grüßen uns, dann ist er vorbei. „Gut, dass ich telefonisch reserviert habe. Nicht auszudenken, er schnappt mir das letzte freie Zimmer weg“ geht es mir durch den Kopf.

Im Kloster angekommen, bin ich von der Pracht des Klosters beeindruckt. Neben dem Klosterladen ist die Rezeption. Ich will eintreten, es ist jedoch versperrt. Ein Schild klebt an der Tür mit dem Hinweis „Bin bald zurück“. Eine Frau erzählt mir etwas säuerlich, dass das bald nun schon eine halbe Stunde dauert und es warten noch weitere Personen. Dann schreitet eine junge Frau zielstrebig zum Eingang, alle Augen sind auf sie gerichtet. Doch sie ist nicht die ersehnte Person der Rezeption. Diese kommt dann wenige Augenblicke später. Nachdem ich schließlich an der Reihe bin und nach meinem Zimmer frage, erklärt sie mir: „Es ist alles ausgebucht, das hatte ich ihnen doch schon am Telefon gesagt.“ Schock! Doch dann frage ich nach der Rezeption für das Kloster und werde zum Klosterladen verwiesen. „Alles wird gut“ höre ich von einem Mann neben mir. Ich muss wohl im ersten Moment einen ziemlich zerknirschten Eindruck hinterlassen haben.

Im Klosterladen höre ich sofort von dem Radfahrer, der mich überholt hat: „Das ist der Wanderer.“ Hier ist nun alles entspannend und nach dem Zahlen gehe ich zusammen mit dem Mann zum Kloster. Er war schon letztes Jahr hier gewesen. Zunächst geht es durch die verschlossene Klosterpforte, dann durch den Gebäudeeingang und gemeinsam fahren wir mit dem Aufzug in die 2. Etage. Wir haben beide im gleichen Flur unsere Zimmer und verabreden wir uns zum Essen in der naheliegenden Klosterschänke. Durch eine alte Eichentür betrete ich ein schönes und modern eingerichtetes Zimmer. Auch das Duschbad macht einen tollen Eindruck. Kaum zu glauben, ich bin im Kloster.

Die Schenkungsurkunde für das Klosterstift St. Marienthal wurde am 14. Oktober 1234 in Prag von Königin Kunigundis, Gemahlin König Wenzels von Böhmen, ausgestellt. Schon bald wurde das Kloster in den Zisterzienserorden eingegliedert. Außerdem wurde es unabhängig von der bischhöflichen Rechtssprechung. 2010 wurde das Kloster vom bisher verheerendsten Hochwasser in der Geschichte heimgesucht.

Es ist noch warm und so setzen wir uns draußen in den Biergarten der Klosterschänke. Bei einem leckeren Schwarzbier sind wir schnell im Gespräch.

Herr S. ist in dieser Gegend aufgewachsen, dann aber durch das Studium und später durch den Beruf in Jena hängen geblieben. Er hat in der Raumfahrtforschung gearbeitet. In der Anfangszeit kam er auch einmal zur Technischen Hochschule nach Darmstadt. Später war das nicht mehr möglich, dann aber war er in den Ostblockstaaten unterwegs. Sehr erniedrigend war nach der Wende das erste Auftreten westdeutschen Wissenschaftler in Jena.

„Ich gehöre zu den Verlierern“, erklärt er mir und erläutert mir dies mit: „Bis zur Wende hatte ich einen Anspruch auf eine zusätzliche Rente. Danach war alles verloren und nun muss ich mich mit einer bescheidenen Rente begnügen.“ Trotzdem macht er auf mich einen ausgeglichenen und keinen verbitterten Eindruck. Er scheint mit seinem Leben zufrieden zu sein.

Zum Kloster ist er für mehrere Tage zum Ausspannen angereist. Von hier wird er Fahrradtouren, auch ins Dreiländereck, unternehmen. Er kennt diese Gegend durch seine Touren sehr gut. Auch auf meinen kommenden Strecken war er schon unterwegs gewesen.

Wir stellen fest, dass wir einige gleiche Interessen haben und so sitzen wir auch noch beim zweiten Bier draußen zusammen. Gesprächsstoff ist genug vorhanden. Doch schließlich wird es zu kühl und wir beenden den netten Abend. Es war für mich ein angenehmer Ausklang meiner heutigen Etappe.

Schließlich wieder im Zimmer, habe ich keine Lust mehr etwas zu arbeiten. Internet ist hier zudem nicht verfügbar. 

Pausentag in Görlitz

23. August 2013

Mittags laufe ich von der Altstadt zum Bahnhof. In jeder Straße finde ich bereits wunderschöne restaurierte Gebäude, manchmal ganze Straßenzüge. Und trotzdem sind viele Gebäude noch in einem heruntergekommenen Zustand. Doch auch diese Gebäude kann ich mir in einem renovierten Zustand gut vorstellen. Beim Anblick der vielen wundervollen Fassaden und schmuckvollen Türen verschlägt es mir immer wieder die Sprache, eine solche Vielfalt habe ich in noch keiner anderen Stadt gesehen. Nicht umsonst schreibt man im Stadtprospekt: „Görlitz, die schönste Stadt Deutschlands.“ Dem kann ich nur begeistert zustimmen!

Ich freue mich auf das Treffen mit Arnold und erreiche pünktlich den Bahnhof. Auf dem Weg zum Bahnsteig kommt er mir bereits entgegen. Die Bahn war tatsächlich pünktlich! Wir beginnen bereits ab Bahnhof mit der ersten Besichtigungstour und nähern uns dabei nach und nach der Jugendherberge. Dort meldet Arnold sich an und ich lade einige Berichte und Bilder hoch in meinen Blog. Anschließend setzen wir unsere Altstadttour fort. An der Verkündungskanzel des Rathauses machen wir gegenseitig die ersten Fotos und nehmen danach an einer Rathausturmbesichtigung teil. Wir sind bei dieser Führung die einzigen Gäste und so ist viel Zeit zum Fotografieren. Von oben hat man einen herrlichen Überblick. Ich bin froh, an dieser Besichtigung teilgenommen zu haben.

Anschließend durchstreifen wir viele Straßen und Gassen. Überqueren die Altstadtbrücke und laufen auf polnischer Seite an der Neiße entlang. Auch hier stehen viele Buden und nehmen am Görlitzer Fest teil. Anschließend geht es gemeinsam zurück. In der Nähe der Jugendherberge trennen wir uns. Ich muss zurück und Bericht schreiben, Bilder bearbeiten und meine morgige Etappe planen. Arnold stürzt sich nun in den Trubel des Altstadtfestes.  

121. Etappe: 22. August 2013

Deschka – Görlitz  13,8 km

Gegen 9 Uhr starte ich zu einer kurzen Etappe nach Görlitz. Es ist noch etwas kühl, aber die Sonne ist schon sichtbar und auch der blaue Himmel kommt zwischen den Wolken hervor.

Der heutige Weg verläuft nach Karte weitgehend an Straßen entlang, mit hoffentlich einem Radweg. Wo genau die Jugendherberge Altstadt in Görlitz liegt, weiß ich noch nicht. Das Mobilfunknetz ist wie in den Tagen zuvor nicht vorhanden. Ich bin aber zuversichtlich, je mehr ich mich Görlitz nähere, um so größer ist die Chance wieder auf ein vorhandenes Mobilfunknetz, hoffentlich auch von der Telekom, vorzufinden. Mit einer Journalistin der Sächsischen Zeitung habe ich bei Ankunft in Görlitz ein Interview verabredet.

Zunächst geht es an der Kreisstraße mit Radweg entlang und kurz vor Zodel biege ich auf eine kleine Straße in den Ort ab. Kurz vor der Kirche steht ein drahtiger, braun gebrannter Mann am Gartentor und spricht mich an.

Wie schon zuletzt in Brandenburg sind auch hier in Sachsen, oder besser hier in Niederschlesien, die Menschen sehr kontaktfreudig und ich nehme gerne das Gespräch an.

Der Mann erzählt mir, dass er leidenschaftlich gerne mit dem Rad unterwegs ist und mehrere Tausend Kilometer im Jahr radelt. Er ist im gleichen Alter wie ich und Bewegung ist für ihn wichtig. Auch kann er keinen Badeurlaub machen, er muss immer unterwegs sein und Land und Leute kennenlernen. Seine nächste Reise geht für drei Wochen nach Indien. Auch dort will er durchs Land reisen.

Mein Rucksack drückt beim Stehen und so verabschiede ich mich von ihm. Doch schon wenige Meter später bin ich wieder mit einem Mann im Gespräch. Er gießt gerade seine Tomatenstauden und wir wechseln einige Worte. Zum Abschied schenkt er mir zwei reife Tomaten. Sie schmecken köstlich!

Schon im nächsten Ort Ober Neundorf, es ist bereits ein Vorort von Görlitz, verspüre ich beim Anblick einer Bäckerei Kaffeedurst. Und so beginne ich schon früh mit meiner ersten Pause. Von der netten Bedienung erfahre ich, dass die Radfahrerin „Rund um Deutschland“ auch hier eine Pause eingelegt und von mir erzählt hat.

Ab diesem Vorort reihen sich die Orte beiderseits der Straße ohne sichtbaren Abstand aneinander. Angesicht der Handwerker bei Renovierungsarbeiten an Gebäuden, wirkt es auf mich wie bei einer Aufbruchstimmung. Einige Gebäude sind schon adrett zurechtgemacht, doch noch ist viel zu tun. Was erwartet mich erst in der Stadt Görlitz?

Nach Unterquerung einer Autobahn bin ich zunächst wieder auf dem Land. Um mich herum abgeerntete Getreidefelder. Dann auf einem Hügel gelegen ragen gerade die zwei Türme der evangelischen Pfarrkirche St. Peter und Paul, hervor. Doch bis zur Kirche muss ich erst einmal den Hügel hinauf und auch wieder runter. Es geht durch das einzige erhaltene Stadttor, dem Finstertor. Das angrenzende Fachwerkhaus beherbergte früher den außerhalb der Stadtmauer lebenden Scharfrichter (der städtische Henker). Nur noch wenige Meter und ich bin mitten im Altstadtviertel angelangt. Dort noch einmal einige Meter hinauf und dann habe ich die stattliche Pfarrkirche erreicht. Gleich neben der Kirche auf einem Platz finde ich das hölzerne „G“ als Tisch-Bank-Gruppe für das Stadtfest gebaut. Hier sollen während des Festes Gespräche stattfinden. Und genau das passiert nach einigen Fotos durch den Fotografen dann auch zwischen der Journalistin und mir.

Nur einige Meter weiter finde ich später die Jugendherberge Görlitz Altstadt. Es ist eine schöne und ideal gelegene Jugendherberge. Nach dem Duschen ist wieder ein Waschgang angesagt und danach begebe ich mich auf die erste Entdeckungsreise. Überall werden Buden für das morgen beginnende Stadtfest aufgebaut. Die Altstadt ist überaus prächtig. Viele der alten Gebäude sind bereits renoviert und erstrahlen im alten Glanz.

Bei einem besonderen Senfladen, ich wusste nicht, dass es überhaupt so viele Senfsorten gibt, esse ich eine Thüringer Bratwurst. Besichtige den Senfladen und bin überwältigt von der Probierauswahl. Eine Verkäuferin erklärt mir auf meine Frage, ob man denn bei so vielen Proben überhaupt noch etwas unterscheiden kann: „Mehr als vier Proben machen tatsächlich keinen Sinn.“ Ich darf den Laden auch von innen fotografieren.

Etwas unterhalb der Altstadt überquere ich die Altstadtbrücke, vorbei an dem östlichsten Restaurant Deutschland und befinde mich bereits im polnischen Zgorzelec. Auch hier sind viele Gebäude renoviert und auch hier sind Aufbauarbeiten für das Fest im Gange. Ich bin froh, in Görlitz einen Pausentag eingelegt zu haben. Morgen werde ich mit Arnold, einem jungen Mann aus Singapur, er ist Student an der Technischen Universität in Darmstadt, nochmals die Stadt erkunden.  

120. Etappe: 21. August 2013

Podrosche – Deschka  30,4 km

Schon vor dem Frühstück ist mein Rucksack gepackt und ich nehme ihn mit in den Gastraum. Beim gemeinsamen Frühstück mit dem Radwanderer verquatsche ich mich und starte doch wieder später. Noch ist es kühl und so beginne ich die Etappe mit Jacke.

Nach kurzer Zeit erreiche ich das Dorf Klein Priebus, es ist ein „Gassendorf“, wie ein Hinweisschild ausweist. Fast alle Häuser stehen beiderseits der Dorfstraße. Danach durchquere ich wieder große landwirtschaftliche Nutzflächen. Diese sind umgeben von Wäldern und überall mit Blick auf die freien Flächen stehen Hochsitze. Dies ist ein mir seit Tagen vertrautes Bild. Beim Durchlaufen eines Maisfeldes gibt mir eine breite Furche den Blick frei auf einen Hochsitz. Von dort kann man auch das Maisfeld sicher gut überschauen. Die Neiße hat sich wieder hinter Baumreihen und Felder versteckt. Nur die Grenzpfähle deuten auf den nahen Verlauf der Grenze in der Neiße hin.

Dann verlasse ich die Nutzflächen und tauche ein in einen dichten großen Nadelwald. Mal sind es hochgewachsene, mal kleine Fichten. Beiden gemeinsam ist, sie wirken wie Streichhölzer. Vorbei geht es an großen Flächen, von den Wildschweinen, aufgewühlten Waldbodens. Hin und wieder sehe für einen kurzen Moment in einer Schneise eine Straße. Höre dann auch Verkehrsgeräusche, doch meistens ist es himmlisch ruhig. Selbst Vögel sind hier nur selten zu hören.

Der Wald endet und ich erreiche wieder ein Gassendorf, den Ort Steinbach. Vorbei an halb verfallenen Gebäuden. Hinter den Gartentoren bewohnter Häuser empfängt mich unerfreuliches und aggressives Hundegebell, ich bin froh mit diesen Hunden keinen Kontakt zu bekommen. Dann erreiche ich einen kleinen Platz. Auf ihm steht ein Fleischereiwagen und bietet seine Produkte an. Ich kann den luftgetrockneten Würsten nicht widerstehen und kaufe ein Paar. Gegenüber dem Wagen steht ein Wartehäuschen und ein älterer Mann sitzt dort. Ich geselle mich zu ihm, sehe seinen leeren Korb und frage ihn, worauf er noch wartet. Seine Antwort: „Auf den Bäckerwagen, der kommt immer nach dem Fleischer.“

Also warte auch ich und werde mir Brötchen kaufen. Von ihm erfahre ich, das er in seiner Kindheit auf der anderen Seite der Neiße zur Schule ging. Später auf diese Seite flüchtete. Früher gab es mehrere Brücken rüber, die meisten wurden Ende des Krieges von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Dieser Teil von Sachsen gehört zu Niederschlesien. Hier sächselt man nicht. Auch er kann selbstverständlich Schlesisch. Heute leben in den Dörfern entlang der Neiße nur noch Rentner. Die Jungen sind alle weggezogen. Ein bisschen Wehmut klingt bei ihm durch.

Inzwischen wartet auch eine alte Frau auf dem Platz. Dann endlich kommt die Bäckerin. Der alte Mann ist als Erster dran. Doch das Meiste wurde heute schon in den Orten zuvor verkauft. Resigniert schreitet er von dannen, was er haben wollte, gab es nicht mehr. Dann ist die ältere Frau dran, und nun beginnt ein Marathon in Unentschlossenheit. Ein Gartenarbeiter steht hinter mir an und verdreht immer öfter die Augen. Nach langem Hin und Her bin ich schließlich dran. Statt Brötchen kaufe ich mir ein Kuchenstückchen. Nach der Kombination Wurst und Kuchenstück gehe ich wieder meines Weges.

Wieder öfters habe ich nun freien Blick auf die Neiße und die Ufer werden immer ursprünglicher und schöner. Die Neiße schlängelt sich durch die Landschaft und mit ihr auch der Oder-Neiße-Radweg. Bei Lodenau verliere ich wieder die Neiße und laufe danach am Rande eines ehemaligen Fliegerhorstes der DDR vorbei. Inzwischen nur noch Vergangenheit, heute haben sich ein paar Firmen dort angesiedelt und auch dabei ist eine kleine Flugschule.

Inzwischen ist es wärmer geworden und ich laufe wieder nur mit T-Shirt. Doch heute spüre ich deutlicher die Anstrengung. Eigentlich sollten es nach meinen Berechnungen nur etwa 23 Kilometer sein, doch mein Gefühl und die Reststrecke sagen etwas anderes. In Rothenburg suche ich wieder einmal eine Sitzgelegenheit und sehe bei einer Pension, obwohl geschlossen, einen geöffneten Garten mit Stühlen und Tischen. Ich brauche unbedingt eine Verschnaufpause und mehr als vertreiben kann man mich ja nicht. Ich lasse mich im Garten nieder. Wenig später kommt der Zimmerwirt und wir kommen miteinander ins Gespräch. Von ihm erfahre ich, das auch er bereits zweimal einen Wolf gesehen hat. Die Bevölkerung ist zu den Wölfen hier in zwei Lager gespalten.

Bei Nieder Neuendorf folge ich dem Radweg und damit einer unnötigen Schleife. Leider erkenne ich dies zu spät. Bis nach Deschka, meinem heutigen Ziel, sind es noch etwas mehr als 6 Kilometer, der Straße folgend, oder noch mehr Kilometer dem Radweg folgend. Meine müden Füße entscheiden sich für die Straße. Noch im Ort habe ich bei einer Bushaltestelle wieder einmal ein Mobilfunknetz und so melde ich mich bei der Pension.

Die letzten Kilometer auf der wenig befahrenen Straße ziehen sich mächtig, ich sehne mich heute nur noch nach dem Ende der Etappe. Schließlich erreiche ich mein heutiges Ziel. Obwohl ich angerufen hatte, blicke ich wieder in ein ungläubiges Gesicht. Im leeren Gastraum frage ich nach einem Abendessen. Sie wollte gerade schließen, doch mein wohl hungriger Gesichtsausdruck lässt sie erweichen und so kann ich noch etwas bestellen. Nach dem Duschen erhalte ich ein Schnitzel mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Dieses Schnitzel ist dick, goss und saftig. Nicht zu vergleichen, mit den letzten großen dünn geklopften und trockenen Schnitzeln.